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    Steuerliche Behandlung von Bodenschätzen

1. Bodenschatz als Wirtschaftsgut

Bürgerlich-rechtlich und einkommensteuerlich bildet ein Bodenschatz (z. B. ein Kies- oder Sandvorkommen) mit dem dazugehörenden Grund und Boden eine Einheit, solange er im Boden lagert und nicht abgebaut wird. Der Bodenschatz ist kein eigenes Wirtschaftsgut, sondern ein unselbständiger Teil des Grund und Bodens.

Als eigenes, neben dem Grund und Boden getrennt zu behandelndes Wirtschaftsgut entsteht ein Bodenschatz erst, wenn er zur nachhaltigen Nutzung in den Verkehr gebracht wird, indem mit seiner Aufschließung (Abbau) begonnen wird, oder wenn konkret mit einer alsbaldigen Aufschließung gerechnet werden kann.

2. Fallvarianten

Gehört das bodenschatzführende Grundstück zum Betriebsvermögen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs, ergeben sich für die verschiedenen Fallgestaltungen unterschiedliche einkommensteuerliche Folgen:

2.1  Verkauf an einen Abbauunternehmer

Veräußert der Landwirt das bodenschatzführende Grundstück an einen Abbauunternehmer, entsteht der Bodenschatz mit der Grundstücksveräußerung als eigenes Wirtschaftsgut, wenn der Abbauunternehmer neben dem Kaufpreis für den Grund und Boden ein besonderes Ent-gelt für den Bodenschatz leistet, und wenn alsbald nach dem Grundstückserwerb mit dem Beginn der Aufschließung des Bodenschatzes zu rechnen ist.

Das mit der Veräußerung neu entstandene Wirtschaftsgut „Bodenschatz“ gehört beim Landwirt zu seinem Privatvermögen. Ein Gewinn aus der Veräußerung des Bodenschatzes unterliegt somit nur dann der Einkommensteuer, wenn die Voraussetzungen des § 23 EStG (privates Veräußerungsgeschäft) erfüllt sind. Im Gegensatz dazu gehört der Grund und Boden (= die „Oberfläche“) zum Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs, so dass jener Teil des Veräußerungserlöses, der auf den Grund und Boden entfällt, bei der Ermittlung des Gewinns des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs zu berücksichtigen ist.

2.2  Nutzungsüberlassung an einen Abbauunternehmer

Überlässt der Landwirt das bodenschatzführende Grundstück zur Nutzung und zum Abbau des Bodenschatzes an einen Abbauunternehmer (Substanzausbeute- oder Abbauvertrag), handelt es sich zivilrechtlich um einen Pachtvertrag nach § 581 BGB.

Da der Bodenschatz zum Privatvermögen des Landwirts gehört, sind jene Erträge, die er aus der Nutzungsüberlassung erzielt, als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu berück-sichtigen. Bei der Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung kann der Land-wirt jedoch keine Absetzungen für Substanzverringerung - AfS - in Anspruch nehmen, da bei einem Bodenschatz, den der Steuerpflichtige auf einem ihm gehörenden Grundstück entdeckt hat, AfS nicht zulässig sind (zur Ausweichgestaltung vgl. Nr. 2.3).

Auch wenn der Landwirt aus der Nutzungsüberlassung des Grundstücks zur Ausbeute des Bodenschatzes Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, bleibt der Grund und Boden während der Nutzungsüberlassung dennoch (gewillkürtes) Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.

Hinweis

Als Pachtvertrag, der zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung führt, wird auch gewertet, wenn das bodenschatzführende Grundstück zwar zivilrechtlich veräußert wird, die Vertragspartner aber die Rückübereignung des Grundstücks nach Beendigung der Ausbeute vereinbart haben.

2.3  Verkauf an einen (nahestehenden) Dritten

Veräußert der Landwirt das bodenschatzführende Grundstück an einen (nahestehenden) Dritten (z. B. Angehörigen), gelten die in der Nr. 2.1 dargestellten Grundsätze mit folgender Maßgabe:

Nur bei der Veräußerung an einen Abbauunternehmer kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass alsbald mit der Aufschließung des Bodenschatzes zu rechnen ist. Diese Ver-mutung besteht bei einer Veräußerung an einen Nichtabbauunternehmer nicht. In diesem Fall muss der Landwirt durch Vorlage aussagekräftiger Unterlagen (z. B. durch eine erteilte Abbau-genehmigung) nachweisen, dass konkret alsbald mit der Aufschließung des Boden-schatzes begonnen wird.

In diesem Fall veräußert der Landwirt ein zu seinem Privatvermögen gehörendes eigen-ständiges Wirtschaftsgut „Bodenschatz“. Der Erwerber hat Anschaffungskosten für den Bodenschatz, die er im Rahmen seiner Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Ver-pachtung als AfS berücksichtigen kann, wenn er seinerseits das erworbene Grundstück zur Nutzung (zum Abbau des Bodenschatzes) an einen Abbauunternehmer überlässt (vgl. Nr. 2.2).

2.4  Einlage in ein gewerbliches Betriebsvermögen

Hat sich der Bodenschatz schon im Privatvermögen als eigenes Wirtschaftsgut konkretisiert (weil z. B. die Abbaugenehmigung schon vorliegt) und legt der Landwirt nunmehr das Grund-stück und den Bodenschatz in ein gewerbliches Betriebsvermögen ein, ist die Einlage zwar mit dem Teilwert zu bewerten. Da ihm jedoch für den Bodenschatz keine tatsächlichen Anschaffungskosten entstanden sind, sind auch in diesem Fall keine AfS zulässig.

2.5  Verwertung im land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb

Der Abbau des Bodenschatzes kann dem land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb als Nebenbetrieb (§ 13 Abs. 2 Nr. 1 EStG) zugeordnet werden, wenn der Landwirt die gewonnene Substanz überwiegend im eigenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb verwendet. Die Erlöse aus dem Verkauf der Substanz (mithin weniger als 50% der insgesamt gewonnenen Substanz) sind dann bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zu erfassen. AfS sind aber ebenfalls nicht zulässig (vgl. Nr. 2.4).

3. Erbschaft- und Schenkungsteuer

Auch in erbschaft- und schenkungsteuerlicher Sicht bilden ein Bodenschatz und der Grund und Boden eine Einheit. Solange der Grundstückseigentümer den Bodenschatz nicht zur nachhaltigen Nutzung in den Verkehr bringt, geht der Wert des Bodenschatzes im Grund-besitzwert für die wirtschaftliche Einheit des unbebauten oder bebauten Grundstücks auf. Zu einer eigenständigen wirtschaftlichen Einheit wird der Bodenschatz nicht bereits dann, wenn er entdeckt wird, sondern erst, wenn mit seiner Verwertung bzw. Aufschließung begonnen wird. Insoweit besteht zwischen der ertragsteuerlichen und der bewertungsrechtlichen Beurteilung kein Unterschied.

Für das Wirtschaftsgut Bodenschatz ist jedoch erbschaft- und schenkungsteuerlich ein besonderer Wert anzusetzen, wenn der Bodenschatz entgeltlich erworben wurde und daher im Rahmen der Ermittlung der Einkünfte AfS vorzunehmen sind. Ist der Bodenschatz als selbständig bewertbares Wirtschaftsgut zu erfassen (§ 12 Abs. 4 ErbStG), ist er mit dem ertragsteuerlichen Wert anzusetzen. Dieser Wertansatz entspricht den Anschaffungskosten vermindert um die AfS, die bis zum Besteuerungszeitpunkt berücksichtigt worden sind.

 

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    Es bleibt dabei: Agro-Trucks sind nicht von der Kfz-Steuer befreit

Zur Erinnerung

Das Finanzgericht Düsseldorf hatte mit Urteil vom 14. März 2018 entschieden, dass für LOF.Sattelzugmaschinen (sog. Agro-Trucks) im Hinblick auf ihre ausschließliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung die Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Zugmaschinen in Anspruch genommen werden könne.
Im Urteilsfall hatte ein Landwirt in eine herkömmliche Sattelzugmaschine eine spezielle Anhängerkupplung eingebaut, so dass sie auch für übliche landwirtschaftliche Anhänger verwendet werden konnte. Hintergrund des Gerichtsverfahrens war dann, dass in 2015 zulassungsrechtlich die neue „Fahrzeugklasse 90, Aufbauschlüssel 0000 (LOF.Sattelzugmaschine)“ eingeführt worden war.

Urteil des Bundesfinanzhofs vom 21. Februar 2019

Gegen die Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf hatte das zuständige Hauptzollamt Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. In diesem Revisionsverfahren ist der Bundesfinanzhof der Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf nicht gefolgt. Mit Urteil vom 21. Februar 2019 (III R 20/18) hat er vielmehr entschieden, dass Zugmaschinen von der Kfz-Steuer nicht befreit seien, wenn sie von der Zulassungsbehörde entweder als „Sattelzugmaschine“ (Fahrzeugklasse 88) oder als „LOF.Sattelzugmaschine“ (Fahrzeugklasse 90) zugelassen wurden.
Der Bundesfinanzhof begründet seine Entscheidung im Wesentlichen mit dem Wortlaut des § 3 Nr. 7 Satz 1 KraftStG, wonach von der Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Zugmaschinen ausdrücklich „Sattelzugmaschinen“ ausgenommen seien. Unter diesen Begriff fallen – so der Bundesfinanzhof – alle Fahrzeuge, die von der Zulassungsbehörde als „Sattelzugmaschine“ oder als „LOF.Sattelzugmaschine“ zugelassen wurden.

 

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    Lieferung und Einsaat von Saatgut als getrennte Leistungen

Hintergrund

Die Richter des Bundesfinanzhofs (BFH) haben mit Urteil vom 14.02.2019, V R 22/17 entschieden, dass Pflanzenlieferungen und Gartenarbeiten eine einheitliche Leistung bilden können. Im Urteilsfall kommt der Bundesfinanzhof zu dem Ergebnis, dass eine einheitliche komplexe Leistung in Form des Erstellens einer Gartenanlage vorliegt. Diese unterliegt nicht dem ermäßigten, sondern dem Regelsteuersatz mit derzeit 19 %. Die Lieferung der Pflanzen bildet nicht den Hauptbestandteil der einheitlichen Gesamtleistung, da diese wesentlich durch die Verbindung von Pflanzenlieferung und Gartenbauarbeiten bestimmt wird.

Keine Auswirkung auf die Beurteilung von Lieferung und Einsaat von Saatgut als getrennte Leistungen:

Anlässlich dieser aktuellen BFH-Rechtsprechung möchten wir darauf hinweisen, dass sich hieraus keine Auswirkung auf die umsatzsteuerliche Beurteilung von Lieferung und Einsaat von Saatgut als getrennte Leistungen ergibt. In diesen Fällen ist weiterhin das BFH-Urteil vom 09.10.2002 – V R 05/02 anzuwenden.

Liefert ein landwirtschaftlicher Lohnunternehmer einem Landwirt Saatgut und sät er es auch in den Boden ein, darf er die (dem ermäßigten Steuersatz unterliegende) Lieferung des Saatgutes und die (dem Regelsteuersatz unterliegende) Einsaat getrennt abrechnen.

Es wurde durch das Urteil vom 14.02.2019 keine Änderung der Rechtsprechung herbeigeführt. Vielmehr hat der Bundesfinanzhof „lediglich“ den Sachverhalt der einheitlichen Gartengestaltung beurteilt. Im Unterschied zur Lieferung und Einsaat von Saatgut, kommt der BFH zu dem Ergebnis, dass die Erstellung der Gartenanlage (Gartengestaltung einschließlich Pflanzenlieferung) einheitlich zu beurteilen ist.

Demgegenüber kann die Lieferung des Getreides und seine Einsaat ohne weiteres getrennt beurteilt werden.

Im Regelfall ist die Saatgutlieferung bereits vom Preis her so gewichtig ist, dass sie nicht in einer einheitlichen Dienstleistung aufgeht, und umgekehrt hat auch die Einsaat für den Landwirt eine derartige Bedeutung, dass sie keine bloße Nebenleistung zur Saatgutlieferung ist. Wenn der landwirtschaftliche Lohnunternehmer gleichzeitig mit dem gelieferten Saatgut auch noch ein von ihm gestelltes Pflanzenschutzmittel einsät, hindert dies die selbständige Beurteilung der Saatgutlieferung nicht.

Dies bedeutet, dass für die Lieferung des Saatgutes bei einem regelbesteuernden Land- und Forstwirt der ermäßigte Steuersatz mit derzeit 7 % zur Anwendung kommt.

Auch bei „Pauschalierenden Landwirten“ unterliegen seit dem 01.07.2008 alle Umsätze aus der Lieferung von zugekauften Erzeugnissen nicht der Durchschnittssatzbesteuerung gem. § 24 UStG, sondern der allgemeinen Regelbesteuerung. Je nach Produkt mit einem ermäßigten Steuersatz (derzeit 7 %), z. B. für Saatgut, oder dem Regelsteuersatz (derzeit 19 %), z. B. Pflanzenschutzmittel. Die Umsatzsteuer muss an das Finanzamt abgeführt werden. Im Gegenzug besteht die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges gem. § 15 UStG auf den Einkauf.

Für die trennbare Dienstleistung „Einsaat“ kommt der Regelsteuersatz von derzeit 19 % zum Ansatz. Pauschalierende Landwirte, die gem. § 24 UStG der Besteuerung unterliegen, können für diese Dienstleistung, unter Einhaltung aller notwendigen Voraussetzungen und Grenzen, den pauschalen Satz mit derzeit 10,7 % ausweisen und müssen diesen Betrag nicht an das Finanzamt abführen.

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    Billigkeitsregelung für Kalamitätsnutzungen in der Forstwirtschaft in 2018

Das BMF hat mit Schreiben vom 29.04.2019[1] für die Besteuerung von Holznutzungen infolge höherer Gewalt (Kalamitätsnutzungen), die in 2018 entstanden sind, Billigkeitsregelungen erlassen.

1. Gesetzliche Ausgangslage

Nach § 34 Abs. 3 EStG können Kalamitätsnutzungen, die innerhalb des Nutzungssatzes anfallen, mit dem halben durchschnittlichen ESt-Satz und Kalamitätsnutzungen, die außerhalb des Nutzungssatzes anfallen, mit dem Viertel-Steuersatz besteuert werden.

2. Billigkeitsmaßnahme 1: Anwendung des Viertel-Steuersatzes

Im Hinblick auf die besonderen Forstschäden in 2018 können aus Billigkeitsgründen – abweichend von der gesetzlichen Regelung - die Einkünfte aus den Kalamitätsnutzungen in voller Höhe, also ab dem ersten Erntefestmeter, mit einem Viertel des durchschnittlichen ESt-Satzes besteuert werden, wenn die gesamte Schadensmenge das Doppelte des (individuellen oder pauschalen) Nutzungssatzes übersteigt.

Folgendes ist zu beachten:

  • Die Regelung gilt nur für Kalamitätsschäden, die in der Zeit vom 01.01. – 31.12.2018 entstanden sind[2] und die bis spätestens 31.03.2019 der zuständigen Finanzbehörde mitgeteilt worden sind[3].
  • Bei Betrieben mit einer Forstfläche von bis zu 50 ha wird regelmäßig ein pauschaler Nutzungssatz von 5 Erntefestmetern je Hektar Forstfläche angesetzt.
  • Beträgt die Kalamitätsholzmenge in 2018 nicht mehr als das Doppelte des Nutzungssatzes, kann die Billigkeitsregelung nicht in Anspruch genommen werden.

Beispiel

F (Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG) hatte in seinem Forstbetrieb (16 ha) in 2018 (WJ = KJ) einen Sturmschaden mit 180 fm Kalamitätsholz. Außerdem hat er in 2018 noch 20 fm normales Holz eingeschlagen. Die Holzerlöse betrugen 8.000 €.

Lösung

  • Die Einkünfte aus den Holznutzungen betragen 3.600 € (Holzerlöse 8.000 € ./. pauschale Betriebsausgaben nach § 51 EStDV mit 55% = 4.400 €).
  • Der (pauschale) Nutzungssatz beträgt (16 ha x 5 fm/ha =) 80 fm. Die gesamte Kalamitäts-holzmenge beträgt 180 fm, also mehr als das Doppelte des (pauschalen) Nutzungssatzes (160 fm). F kann daher die Billigkeitsregelung in Anspruch nehmen.
  • Der Gewinn aus der ordentlichen Holznutzung mit 360 € (20 fm von 200 fm = 10% von 3.600 €) unterliegt dem normalen Steuersatz.
  • Der Gewinn aus der Kalamitätsnutzung mit 3.240 € (180 fm von 200 fm = 90% von 3.600 €) kann in vollem Umfang mit dem Viertel-Steuersatz besteuert werden.

Abwandlung

Die Kalamitätsholzmenge betrug „nur“ 140 fm, die Holzmenge aus der normalen Nutzung 20 fm und die gesamten Holzerlöse betrugen 6.400 €. Dem entsprechend betragen die Einkünfte aus den Holznutzungen 2.880 € (Erlöse 6.400 € ./. 55% Betriebsausgaben 3.520 €).

Lösung

Der Kalamitätsschaden mit 140 fm übersteigt nicht das Doppelte des maßgebenden Nutzungs-satzes (160 fm). Die Billigkeitsregelung kann daher nicht in Anspruch genommen werden. Der Gewinn aus der Kalamitätsnutzung ist daher gem. § 34 Abs. 3 EStG wie folgt zu versteuern:

  • Ordentliche Holznutzung (20 fm/160 fm v. 2.880 € =) 360 € = Normalsteuersatz
  • Kalamitätsnutzung im Nutzungssatz (80 fm/160 fm v. 2.880 € =) 1.440 € = ½ Steuersatz
  • Kalamitätsnutzung außerhalb des NS (60 fm/160 fm v. 2.880 =) 1.080 € = ¼ Steuersatz

3.    Billigkeitsmaßnahme 2: Bewertung von Kalamitätsholzvorräten bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG

Von der Aktivierung von eingeschlagenem und nicht verkauftem Kalamitätsholz, das auf Schadensereignissen beruht, die in der Zeit vom 01.01. – 31.12.2018 entstanden sind, kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn die Schadholzmenge das Doppelte des maßgeblichen (individuellen oder pauschalen) Nutzungssatzes übersteigt.

 

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[1] Az. IV C 7 – S-2291/19/10001.

[2] Betroffene WJ somit 2017/2018 und 2018/2019 bzw. WJ = KJ 2018.

[3] Südbayern: BayLfSt DSt München; Nordbayern: BayLfSt DSt Nürnberg; Sachsen: LfSt Chemnitz; Thüringen: FM Thüringen.

    Wichtige Änderung für Midijobber ab 01.07.2019

Midijobber zählen zur Gruppe der Geringverdiener. Ihr Arbeitsentgelt ist höher als das eines 450-EUR-Minijobbers, so dass sie voll sozialversicherungspflichtig sind. Der Vorteil eines Midijobs besteht darin, dass bis zu einer festgelegten Verdienstobergrenze verringerte Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden.

Diese lag bisher bei 850 EUR. Ab dem 01.07.2019 wird dieser Betrag auf 1.300 EUR angehoben.

Dies bedeutet, dass die volle Abgabenlast erst bei einem monatlichen Arbeitsentgelt von 1.300 EUR eintritt.

Hierbei ist zu beachten, dass die bisher erteilten Erklärungen über den Verzicht auf die Gleitzone ab 01.07.2019 nicht mehr gültig sind. Die Pflicht zur Aufbewahrung ist mit Einführung des Übergangsbereichs in der Beitragsverfahrensverordnung gestrichen worden. Arbeitgeber sollten die Erklärungen jedoch nicht vernichten, sondern aus Beweisgründen bis zur nächsten Betriebsprüfung aufbewahren.

Gerne beraten Sie unsere Lohnsachbearbeiter/innen in unseren Kanzleien, welche Auswirkungen die Änderungen für Sie hat.

    Aufwendungen für eine Jägerprüfung sind grundsätzlich keine Werbungskosten einer angestellten Landschaftsökologin

Sachverhalt
Die Beteiligten streiten darüber, ob Aufwendungen für eine Jägerprüfung als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit anzuerkennen sind. Die Klägerin ist Landschaftsökologin. Nach einer Bescheinigung ihres Arbeitgebers handle es sich bei der Jägerprüfung um eine beruflich veranlasste Zusatzqualifizierung, die als Arbeitszeit angerechnet worden sei. Eine Kostenübernahme ist nicht erfolgt.

Hintergrund
Werbungskosten sind gem. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind nach § 9 Abs. 1 Satz 2 EStG bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind.

Entscheidung des FG Münster, Urteil vom 20.12.2018 - 5 K 2031/18 E
Die Klage ist unbegründet.

Der Erwerb eines Jagdscheins ist – ebenso wie der Erwerb eines Führerscheins für Kraftfahrzeuge – nur dann beruflich veranlasst, wenn dieser unmittelbare Voraussetzung für die Berufsausübung ist.

Der Jagdschein ist keine unmittelbare Voraussetzung für die Tätigkeit als Landschaftsökologin.

Beraterhinweis:
Die Frage, ob ein Werbungskostenabzug zulässig ist, ist eine Frage des jeweiligen Einzelfalls.

Folgende Indizien würden für eine berufliche Veranlassung und damit einen Werbungskostenabzug sprechen:

  • Teilnahme an Jagden im Rahmen der Berufstätigkeit
  • Mitführung einer Jagdwaffe bei der Arbeit
  • Der Jagdschein Einstellungsvoraussetzung in einem forstlichen Betrieb bzw. Zulassungsvoraussetzung für die Studienaufnahme im Bereich der Wildtierforschung

Da es sich um eine steuermindernde Tatsache handelt, ist der Steuerpflichtige nach den allgemeinen Beweislastregeln in der Nachweispflicht!

    50 Jahre LBD: Mit Leistung an die Spitze

Quelle: WIRRegional | Dr. Ernst Deubelli

    Jetzt noch schnell das Baukindergeld sichern!

Nach Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahr 2005 gibt es nun wieder eine staatliche Förderung für den Erwerb von Wohnimmobilien. Es handelt sich dabei um das Baukindergeld, welches am 18.09.2018 gestartet ist.

Das Baukindergeld ist eine staatliche Förderung um Familien mit Kindern einen Immobilienerwerb zu erleichtern.

Mit dem Geldzuschuss fördert das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) den erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern.

Was wird gefördert?
Gefördert wird der erstmalige Neubau oder der Erwerb von Wohnungseigentum zur Selbstnutzung (Baugenehmigung oder Kaufvertrag zwischen 01.01.2018 und 31.12.2020).

Wer kann den Antrag stellen?
Der Antrag kann von jeder natürlichen Person gestellt werden, die Wohneigentum erworben hat. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt, für welches die Berechtigung zum Bezug von Kindergeld besteht. Die Anträge können ausschließlich online bei der KfW Bankengruppe gestellt werden.

Wie hoch ist das Baukindergeld?
Der Geldzuschuss wird jährlich über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren ausgezahlt und beträgt für jedes Kind 1.200,00 €. Will man die Förderung von 12.000,00 € für ein Kind voll ausschöpfen, so muss die Immobilie über einen Zeitraum von 10 Jahren vom Antragsteller ununterbrochen selbst genutzt werden.

Welche Einkommensgrenzen müssen beachtet werden?
Gefördert werden nur Steuerpflichtige, deren Einkommen unter 90.000,00 € (Haushaltseinkommen 75.000,00 € pro Jahr + 15.000,00 € pro Kind) liegt. Es wird dabei auf den Durchschnitt des vorletzten und vorvorletzten Jahres abgestellt. Für Anträge im Jahr 2018 wird demnach der Durchschnitt der Jahre 2015 und 2016 betrachtet. Als Nachweis dienen die Einkommensteuerbescheide der jeweiligen Jahre.

Fazit: In Zeiten steigender Immobilienpreise ist diese Fördermaßnahme ein hilfreiches Instrument um den Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können. Daneben gibt es in Bayern noch weitere regionale Förderprogramme wie z. B. das „Bayerische Baukindergeld Plus“ und die „Bayerische Eigenheimzulage“.

Bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

    Familienentlastungsgesetz verabschiedet

Die wichtigsten Änderungen für Familien im sog. Familienentlastungsgesetz, das am 08.11.2018 vom Bundestag verabschiedet wurde, sind:

  • Ab Juli 2019 gibt es 10 € mehr Kindergeld pro Kind und Monat
  • Der Kinderfreibetrag wird für jeden Elternteil auf 2.490 € in 2019 und auf 2.586 € in 2020 erhöht
  • Der Grundfreibetrag steigt von 9.000 € auf 9.168 € in 2019 und auf 9.408 € in 2020

Der Bundesrat muss dem Gesetz zwar noch zustimmen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das Gesetz die Zustimmung erhalten wird, da die Länderkammer bereits die geplante Erhöhung des Kindergeldes ausdrücklich begrüßt hat.

    Kurzfristige Beschäftigungen: 70-Tage-Regelung wird unbefristet verlängert

Mit Einführung des Mindestlohns ab dem 01.01.2015 wurde auch die Höchstgrenze für kurzfristige Beschäftigungen ausgeweitet. Während bis 2014 galt, dass Arbeitnehmer maximal 50 Tage pro Jahr (bzw. 2 Monate) als kurzfristig Beschäftigte arbeiten durften, wurde dies auf 70 Tage pro Jahr (bzw. 3 Monate bei einer 5-Tage Woche) angehoben. Diese Anhebung auf 70 Tage galt aber nur übergangsweise bis zum 31.12.2018, so dass ab dem 01.01.2019 wieder die 50-Tage-Regelung gelten sollte.

Der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD hat sich am 28.08.2018 aber nun darauf geeinigt, dass die 70-Tage-Regelung für eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung unbefristet verlängert wird.

    Steuerliche Förderung des Mietwohnungsneubaus

Das Bundesfinanzministerium hat den Referentenentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus veröffentlicht.

Wer ein neues Mietwohnhaus baut, soll zusätzlich zur Abschreibung nach § 7 Abs. 4 EStG jährlich 5 % Sonderabschreibung nach § 7b EStG geltend machen können.

Voraussetzungen:

  • Herstellung oder Anschaffung neuer Wohnungen
  • Bauantrag nach dem 31.08.2018 und vor dem 01.01.2022
  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten überschreiten nicht 3000 EUR je m² Wohnfläche
  • Wohnung dient im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und den folgenden 9 Jahren der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken

Förderung:

  • 5 % Sonderabschreibung jährlich (zusätzlich zur AfA nach § 7 Abs. 4 EStG)
  • Sonderabschreibung im Jahr der Anschaffung/Herstellung und den folgenden 3 Jahren
  • Bemessungsgrundlage sind die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, maximal aber 2000 EUR je m² Wohnfläche
    Karpfhamer Fest & Rottalschau 2018

Anfang September fand wieder das Karpfhamer Fest mit Rottalschau statt – und zwar größer denn je. Die Ausstellungsfläche stieg wieder einmal an und somit hatten wir die Chance unseren Messeauftritt auf einer der größten Landtechnikausstellungen Südbayerns zu vergrößern.

In neuem Gewand strahlte unser Messestand in der Agrarhalle. Die Steuerberater und Mitarbeiter der Kanzlei aus Pfarrkirchen vertraten die Unternehmensgruppe und knüpften viele neue Kontakte und sprachen mit bestehenden Mandanten aus allen Regionen. Es wurden viele anregende Gespräche geführt. Aus allen Ecken Bayerns besuchten uns Landwirte und freuten sich uns auf der Messe anzutreffen. Vor allem die neue Standgröße und das Design fanden großen Anklang. Wir sind leichter auffindbar und sehr präsent, hörten wir von den meisten. Über so viel positive Resonanz freuen wir uns natürlich sehr.

Auch neu war, dass die Bayerische Jungbauernschaft erstmalig an unserem Messestand vertreten war. Die regionalen Landjugendverbände und Ringe junger Landwirte und Landfrauen machten eine Umfrage und verteilten Sticker sowie Flyer.

Bei der Bauernkundgebung sprach Frau Michaela Kaniber, bayerische Landwirtschaftsministerin. Frau Petra Friedl-Hack, Steuerberaterin und Kanzleileiterin in Pfarrkirchen, und Ulrich Leonhardt, Steuerberater, besuchten die Kundgebung.

Nach fünf Tagen endete die Rottalschau 2018. Wir freuen uns bereits jetzt auf nächstes Jahr.

    Anschaffungsnahe Herstellungskosten bei vermieteten Gebäuden

Renovierungskosten oder Instandhaltungsaufwendungen sind bei einem vermieteten Gebäude meist sofort abzugsfähige Werbungskosten.

Aber ACHTUNG!

Nach dem Kauf einer Immobilie muss bei diesen Kosten geprüft werden, ob es sich nicht um sog. „anschaffungsnahe Herstellungskosten“ handelt, die nur im Wege der Abschreibung als Werbungskosten berücksichtigt werden können.

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG gehören zu den Herstellungskosten eines Gebäudes auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen.

Darunter fallen nicht nur geplante, sondern auch unvermutete Aufwendungen für Renovierungsmaßnahmen, die lediglich dazu dienen, Schäden zu beseitigen, welche aufgrund des langjährigen vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache entstanden sind, Dies gilt nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofes sogar auch dann, wenn im Rahmen einer solchen Renovierung "verdeckte", d.h. dem Steuerpflichtigen im Zuge der Anschaffung verborgen gebliebene, jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene Mängel behoben werden.

    Ferienjobs für Schüler und Studenten

Die Ferien stehen bevor und viele Schüler und Studenten nutzen diese Zeit, um zu jobben. Diese Beschäftigungen sind zwar grundsätzlich lohnsteuerpflichtig, aber dennoch bleiben diese meist „steuerfrei“.

  1. Beschäftigung nach den allgemeinen Regeln des Lohnsteuerabzugs
    Bis ca. 1.000 EUR im Monat fällt bei Steuerklasse I aufgrund der steuerlichen Frei- und Pauschbeträge keine Lohnsteuer an.
    Sofern jedoch Steuer gezahlt wurde, kann man sich diese (ganz oder teilweise) durch die Abgabe einer Einkommensteuer-Erklärung vom Finanzamt zurückholen.

  2. Beschäftigung als Minijobber
    Als Alternative zum regulären Lohnsteuerabzug kommt die Pauschalbesteuerung für Aushilfen in Betracht. Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis zu 450 EUR monatlich zahlt der Arbeitsgeber insgesamt 30 % Pauschalabgaben. Der Minijobber muss keine Abgaben zahlen.

  3. Ferienjobber in der Landwirtschaft
    Für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer gibt es eine spezielle Pauschalierungsmöglichkeit – 5 % pauschale Lohnsteuer.

Bei allen Fragen rund um das Thema "Ferienjob" stehen Ihnen unsere Mitarbeiter in den Kanzleien gerne Rede und Antwort.

    Baukostenzuschüsse für die öffentliche Mischwasserleitung sind keine begünstigten Handwerkerleistungen

Grundsätzlich können Sie bei Handwerkerleistungen 20 % der Aufwendungen, maximal aber 1.200 EUR vom Fiskus erstattet bekommen. Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Sie als Steuerpflichtige nicht berechtigt sind, bei der Neuverlegung einer öffentlichen Mischwasserleitung als Teil des öffentlichen Sammelnetzes die Steuerermäßigung für diese Handwerkerleistungen in Anspruch zu nehmen, da nach Auffassung des Bundesfinanzhofes kein räumlich-funktionaler Zusammenhang zum Haushalt des Steuerpflichtigen gegeben ist. Entscheidend ist somit allein, ob es sich um eine das öffentliche Sammelnetz betreffende Maßnahme handelt oder es um den eigentlichen Haus- oder Grundstücksanschluss und damit die Verbindung des öffentlichen Verteilungs- oder Sammelnetzes mit der Grundstücksanlage geht. Dieser wäre begünstigt.

Bei allen Fragen zur Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen helfen Ihnen unsere Mitarbeiter in den Kanzleien gerne weiter.