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Vorsicht bei der Übergabe eines landwirtschaftlichen Betriebes an mehrere Nachkommen!

25.01.2018 00:01

Wenn ein Landwirt seinen verpachteten Betrieb, aus dem er Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft bezogen hat, an mehrere Nachkommen übergibt, also z.B. wie im Fall, der nun vom Bundesfinanzhof entschieden wurde, auf eine Tochter und zwei Enkelkinder, liegt eine Betriebsaufgabe vor. Die drei Erwerber erhielten Flurstücke mit einer Größe von rund 10,4 ha, 6,8 ha und 3,5 ha.

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 16.11.2017 Az. VI R 63/15 entschieden, dass eine Betriebsaufgabe insbesondere dann vorliegt, wenn im Wege vorweggenommener Erbfolge die Betriebsgrundstücke auf mehrere nicht mitunternehmerschaftlich verbundene Einzelrechtsnachfolger übertragen werden oder nach dem Tod des Betriebsinhabers auf die Erben aufgeteilt werden. Ein landwirtschaftlicher Betrieb wird mit der Übertragung sämtlicher landwirtschaftlicher Nutzflächen an Dritte aufgegeben. Dies bedeutet, dass der Landwirt einen Aufgabegewinn versteuern muss und es zu keinem Buchwertübergang nach § 6 Abs. 3 EStG kommt.

Es liegt auch keine Übergabe von Teilbetrieben vor, da nach Aussage des Bundesfinanzhofes allein aus der Größe der landwirtschaftlichen Nutzflächen von mehr als 3 000 qm nicht auf das Vorliegen eines Teilbetriebes geschlossen werden kann. Denn ein einzelnes Wirtschaftsgut, insbesondere ein landwirtschaftliches Grundstück, mag es auch wertvoll sein und mit zu den funktional wesentlichen Grundlagen eines Betriebs gehören, bildet grundsätzlich keinen Teilbetrieb.
Falls Sie die Übergabe Ihres landwirtschaftlichen Betriebes planen, beraten Sie unsere Steuerberater gerne um steuerliche Fallstricke zu vermeiden.

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